Verteidigung, oder über die Ermöglichung des Angriffs

Wenn ich angegeriffen werde verteidige ich mich. Oder ist es anders herum? Wenn ich mich verteidige werde ich angegriffen?

Verteidigen ist reaktiv. Es ist bezogen auf das, was ausserhalb von uns geschieht. Da wir dabei Bezug nehmen auf die Handlung des gegenübers, bestärken wir diese.

Wenn mir jemand schaden will, macht es Sinn diesen Willen zu stärken?

Ich würde meine Haltung abhängig vom Gegenüber machen und dabei meine eigenen Möglichkeiten und Ausdrücke auf das reduzieren, was zum Gegenüber passt. Schaffe ich es jedoch die Handlung meines gegenübers nicht zu bewerten, bleiben die Möglichkeiten, nach meinen Vorstellungen und Bedürfnissen zu handeln, offen. „Da kommt Kraft auf mich zu“ oder „jemand versucht Kontakt aufzubauen“ sind Formulierungen, welche mehr Entscheidungsspielraum zulassen.

Dabei schwindet ebenfalls die Angreiffbarkeit, da die Aktionsmöglichkeiten offen bleiben. Statt Konflikte fortzuführen, werden sie in ihrer Entstehung aufgelöst.

Was im Kern das Ziel der meisten Kampfkünste ist.